Künstlerische Inspirationen + Interessen

 Figürliche Plastiken in Keramik

  Durch die Arbeit mit kleinen Kindern in der Malschule hat sich mein künstlerisches Interesse von der Malerei zur Plastik verlagert. Die urigen Tonfiguren der Kinder haben in mir eine Begeisterung für ursprüngliche einfache Formen geweckt und die Lust, formend in diesem herrlich sinnlichen Material zu schwelgen.   Zwei Aufenthalte in Japan haben das Interesse an der Keramik vertieft und mich mit der Raku-Keramik vertraut gemacht. Das Thema meiner keramischen Kleinplastiken (bis ca. 75 cm) war anfänglich ausschließlich der Frauenkörper, dessen Formen, Variantenreichtum und  Ausdruckskraft mich faszinieren. Anregen zu einer bestimmten Körperform lasse ich mich durch Fundstücke (Artefakte wie z.B. Holzknäufe, Siebe, Bestecke) , die ich als Köpfe dieser Figuren einsetze. Die Idee, die Köpfe der Figuren nicht selbst zu formen, sondern fremdes Material einzusetzen, kam mir, als ich in Nagasaki in einem Tempelbereich Buddha-Figuren sah, deren Köpfe durch die Atombombenexplosion von den Körpern abgesprengt worden waren und denen die Mönche ganz einfache längliche Kieselsteine als Köpfe aufgeklebt hatten. Die strenge und klare Schönheit dieser Figuren, die durch die neutralen Kiesel etwas Universelles bekamen, hat mich fasziniert und so habe ich diese Idee weiter verfolgt. Zu den Frauenkörpern kommen ab 2002 auch Köpfe und Büsten, in die ich in ähnlicher Art und Weise Fremdmaterialien einarbeite. Seit 2003 reizen mich auch größere Plastiken (bis ca. 1.50 m). Das hängt damit zusammen, dass die Fundstücke immer größer werden und damit andere Ansprüche an Statik und Dimension des jeweiligen Trägerkörpers gefordert sind. Eine eigene Sammlung von Plastiken aus aller Welt (speziell die aus Afrika) ist für mich stets ein Quell der Inspiration, was Körperformen und Proportionen angeht. Neben dem Raku-Brand setze ich für eine erdige Oberflächengestaltung auch den Kapselbrand ein. 2004 entstand eine Serie von Figuren aus griechischen  und römischen Sagen, wie Prometheus, Circe, Zeus und Europa auf dem Stier. Durch die Auseinandersetzung mit einem Tierkörper hat sich mein Ideenspektrum auch auf Tierfiguren ausgedehnt, mit denen ich mich dann  2005 und 2006 intensiver beschäftigt habe. 2006 entstanden u.a. vier „Kachina“-Figuren mit einem Seitenblick auf Max Ernst und seine Kachina-Sammlung zu dem Ausstellungsthema „Inspirationen“,  initiiert von der Max-Ernst-Gesellschaft in Brühl. Ausgehend von der Themenausstellung „Paradies“ habe ich das Adam-und-Eva-Thema,  ironisch als Paarproblematik in Variationen interpretiert. Vier unterschiedliche Versionen von Engeln ergänzen den kurzen Blick auf die Bildwelt unserer Religion- mal abstrakt, mal erotisch. Das war mein Thema 2010. 2011 habe ich meinen Blick auf ein Kernthema der Keramik, das Gefäß, gelenkt und bewusst daran anknüpfend sehr strenge Figuren gearbeitet, die ihren Ursprung im Gefäß deutlich erkennen lassen. Als Erweiterung der Oberflächengestaltung wurde von mir mit Naked Raku experimentiert, weil auf den klaren Oberflächen der Figuren diese Technik ihre schönste Wirkung erfährt. Die Auseinandersetzung mit dem neuen plastischen Material „Paperclay“ zeigt sich 2012 in flachen, mit ornamentalen Prägungen versehenen Figuren, die zwar an die strenge Formgebung des Vorjahres anknüpfen, aber schon durch den Prägedruck verspielter daherkommen. Kleine Figuren mit Schneckenhauben sind wie ein Katalog durch die verschiedenen Oberflächen-Experimente in naked Raku, Terra Sigillata und das Aufbrennen von Pferdehaaren. 2012 sind es vor allem auch Figurengruppen, die mich interessieren. Hierbei vor allen Dingen die Frage: Was verbindet die Einzelfiguren miteinander? Wie mache ich das Verbindenden farbig und formal sichtbar?  

Collagen und Grafiken

  2008 konnte ich in meiner ersten Einzelausstellung im Kunstverein Wesseling zum ersten Mal neben meinen Skulpturen (Personifizierungen zur „Zeit“, „Liebe“, „Primavera“ etc.) auch Collagen zeigen, in denen ich die Körper meiner Skulpturen in Collagen weiterentwickelt habe. Diese Körper wiederum habe ich plastisch aus den Bildwerken heraustreten lassen, sodass sie sich wieder ein wenig der Plastik annähern. 2009 rückte ich in einer grafischen Reihe zur Linie völlig von einer gegenständlichen Darstellung ab; es entstand eine erste gänzlich abstrakte Reihe zur Linie.   Bei den Skulpturen habe ich mich mit dem Naked Raku einer technisch raffinierten Variante des Raku-Brennverfahrens zugewandt, die ich an vier in die Fläche gehenden  Büsten ausprobiert habe.